Warum kündigen gute Mitarbeiter?

Eine hohe Fluktuation ist für Unternehmen ein Grund zur Sorge. Je schneller und öfter Mitarbeiter wechseln, desto größer werden die Probleme, die durch die Fluktuationsrate ausgelöst werden. Besondere Brisanz ist besonders dann gegeben, wenn viele gute Mitarbeiter kündigen. Dies sollte Anlass bieten, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Die wichtigsten Gründe für die Kündigung

Der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit der Qualität der Belegschaft. Gute Mitarbeiter sind daher viel Wert und sollten von Führungskräften und Entscheidern auch Wertschätzung erfahren. Trotzdem kommt es in Unternehmen immer wieder auch dazu, dass gute Mitarbeiter kündigen, oftmals sogar nach langjähriger Betriebszugehörigkeit.

Nimmt die Zahl der Kündigungen zu, ist eine Ursachenforschung indiziert. Sie sollte vor allem untersuchen, aus welcher Motivation heraus Kündigungen erfolgen und was ausschlaggebend für den Zeitpunkt der Kündigung war. Aktuelle Statistiken zeigen, dass Kündigungen häufig aufgrund von Stress und Leistungsdruck ausgesprochen werden. Bei guten Mitarbeitern zeigen sich zudem weitere wichtige Gründe für die Kündigung.

Kündigung durch mangelnde Wertschätzung

Guten Mitarbeitern, die jeden Tag ihr Bestes geben, um sich, die eigenen Qualitäten und ihr Fachwissen möglichst gewinnbringend für das Unternehmen einzubringen, fehlt es häufig an Anerkennung durch die Vorgesetzten. Dabei muss es nicht zwingend ein pauschales Lob sein, dass von Führungskräften kommuniziert wird, sondern viel mehr ein wertschätzendes Feedback.

Natürlich ist auch die monatliche Gehaltszahlung eine Art der Anerkennung, erfüllt aber regelmäßig nicht das menschliche Bedürfnis nach Wertschätzung. Um gute Mitarbeiter auch weiterhin zu motivieren und an das Unternehmen zu binden, sind andere Maßnahmen notwendig, die nicht zwingend mit hohen Kosten verbunden sind.

Kündigung aufgrund konstanter Überlastung

Stress, Leistungsdruck und kontinuierliche Überstunden sind die zuverlässigsten Garanten, um auch die besten Mitarbeiter über kurz oder lang zur Kündigung zu bewegen. Tatsächlich sind häufig gerade jene Mitarbeiter von Überlastung,Burn-Out oder emotionaler Erschöpfung betroffen, die über besonders viele Kompetenzen verfügen und daher im Unternehmen wichtige und viele Aufgaben übernehmen.

Während kurzzeitiger Stress durchaus auch einen positiven Impact auf die Motivation haben kann, ist konstante Überlastung absolut kontraproduktiv und wirkt sich nicht nur negativ auf die Arbeitsatmosphäre aus, sondern auch auf die Bindung von Mitarbeitern an das Unternehmen. Führungskräfte sollten daher auch in Hochzeiten dafür sorgen, dass gute Mitarbeiter die Möglichkeit haben, zur Ruhe zu kommen und nicht darauf bauen, dass Überstunden und Extra-Engagement selbstverständlich sind.

Kündigung durch fehlende Einbindung

Besonders gute Mitarbeiter sollten nicht nur stumpf Aufgaben abarbeiten, sondern vielmehr in Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse miteinbezogen werden. Kreative Ideen sind dabei oft für das Unternehmen von hohem Wert und ermöglichen neue Wege und damit verbundene Verbesserungen in Abläufen und Prozessen.

Werden Mitarbeiter grundsätzlich nicht eingebunden oder haben Ideen und Anregungen per se keinen Platz im Unternehmen, führt das langfristig zu Frustration – und im schlechtesten Fall auch zur Kündigung. Eine gute Möglichkeit, um Mitarbeiter einzubinden und kreative Ideen zu fördern, ist ein betriebliches Vorschlagswesen. Dieses kann auch an Belohnungen für besonders gute Verbesserungen gekoppelt sein, sollte aber vor allem darauf abzielen, das Ideenmanagement im Betrieb zu optimieren und Mitarbeiter stärker einzubinden.

Kündigung aufgrund fehlender Verantwortung

Gute Mitarbeiter, die auch als High Performer bezeichnet werden, zeichnen sich durch überragende Leistungen, Kompetenz und überdurchschnittliche Motivation aus. Diese Fähigkeiten und Qualitäten sollten im Unternehmen auf fruchtbaren Boden fallen: Dazu gehört auch, selbstständiges und unabhängiges Arbeiten in einem bestimmten Rahmen zuzulassen.

Das ist für Führungskräfte und Entscheider nicht immer selbstverständlich, allerdings sind Unternehmen gut beraten, wenn sie eine Unternehmenskultur entwickeln, in der nicht jeder kleine Arbeitsschritt der Kontrolle durch den Vorgesetzten unterworfen wird, sondern Mitarbeiter auch einen Bereich innehaben, in dem sie autonome Entscheidungen treffen können.

Fazit

Nicht nur in Zeiten von Fachkräftemangel sind gute Mitarbeiter ein wichtiger Bestandteil des unternehmerischen Erfolgs. Umso relevanter sind dann Maßnahmen und eine Unternehmenskultur, die gute Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen binden und einen Weggang verhindern. Schon längst ist ein angemessenes Gehalt keine Garantie mehr dafür, dass Mitarbeiter im Unternehmen bleiben. Kommen viele negative Faktoren zusammen, ist eine Kündigung von guten Mitarbeitern häufig nicht mehr zu verhindern. Hier sind Führungskräfte und Entscheider gleichermaßen gefragt, um Warnsignale frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern.

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