Themen
Streit unter Kollegen: So können Sie als Chef zur Streitschlichtung beitragen!
Arbeitnehmer verbringen einen Großteil ihres Tages mit den Kollegen. Genauso wie in anderen Lebensbereichen kann es auch im Job zu Konflikten kommen. Diese müssen nicht immer mit der Arbeit zusammenhängen. Für Unternehmen sind Konflikte nicht nur unerfreulich, sondern auch kontraproduktiv, denn: Streit unter Kollegen sorgt dafür, dass die Leistung der Belegschaft nachlässt.
Wieso ist es wichtig, als Chef den Streit unter Kollegen zu schlichten?
Kommt es zum Streit zwischen Kollegen, wirkt sich das nicht nur auf die allgemeine Stimmung aus, sondern auch auf die Leistung der einzelnen Arbeitnehmer. Parallel dazu steigt in Unternehmen der Krankenstand, wenn die Stimmung im Betrieb sinkt. Das zeigen Studien zum Thema, die unter anderem von der AOK regelmäßig durchgeführt werden.
Umso wichtiger ist es, dass auch Führungskräfte und Vorgesetzte aktiv an der Streitschlichtung mitwirken, wenn ein Streit unter Kollegen nicht nur vorübergehender Natur ist. Gerade bei dauerhaften Konflikten zwischen Mitarbeitern kann der Chef eine Vermittlerrolle einnehmen und den beteiligten Parteien zu einem gemeinsamen Gespräch verhelfen. Als Führungskraft sollten Sie dabei die folgenden Tipps beachten.
Neutral bleiben und objektiv bewerten
Wenn Sie als Schlichter einem Konflikt beitreten, kann dies nur dann zum Erfolg führen, wenn dabei die Objektivität gewahrt bleibt. Grundsätzlich geht es darum, das Verhalten der Mitarbeiter untereinander zu reflektieren und aufzuzeigen, wo sich Verbesserungspotenzial bietet. Bewerten Sie die vorgebrachten Fakten objektiv – das gilt selbst dann, wenn Sie eine der Parteien für "schutzwürdiger" halten als die andere Partei.
Verstehen Sie sich daher als Vorgesetzter nicht in der Rolle des Richters, sondern in der Rolle des Vermittlers. Moderieren Sie gemeinsame Gespräche und sorgen Sie für faire Rahmenbedingungen, wenn sich die Streithähne um eine Lösung bemühen.
Engagement und Interesse zeigen
Dezente Zurückhaltung können sich Vorgesetzte nur schwer leisten, wenn es zum Streit unter Kollegen kommt. Schwelende Konflikte können sich im täglichen Miteinander zum sprichwörtlichen Flächenbrand ausweiten, wenn sich weitere Teile der Belegschaft dem Konflikt anschließen. Letztendlich steigt das Risiko, dass der Zusammenhalt unter den Kollegen auseinanderbricht – mit fatalen Folgen für Produktivität, Ergebnisse und Unternehmensziele.
Engagieren Sie sich daher als Führungskraft und signalisieren Sie Interesse daran, dass der Streit schnellstmöglich beigelegt wird. Bieten Sie sich als Vermittler und Unterstützer an – nehmen Sie sich aber dort zurück, wo die beteiligten Kollegen selbst zueinander finden.
Konflikten und Streit vorbeugen
Damit sich kleinere Konflikte nicht gleich zu großen Streitigkeiten auswachsen, lohnt es sich, solchen Situationen schon im Vorfeld vorzubeugen. Hier hat es sich bewährt, wenn in Unternehmen eine offene Feedback- und Fehlerkultur herrscht. Das gilt gerade auch für die Vorgesetzten. Mitarbeiter, die auch in der Hierarchie nach oben gehört werden, können Probleme oder Reibereien gleich ansprechen, ohne dass diese im Laufe der Zeit zu verhärteten Fronten führen.
In den gleichen Bereich fallen auch Maßnahmen zum Teambuilding sowie regelmäßige Feedbackgespräche.
Führungsstil hinterfragen
Wenn Konflikte eskalieren, wirft das nicht nur einen schlechten Blick auf die beteiligten Kollegen, sondern auch auf den zuständigen Vorgesetzten. Dieser sollte in solchen auch immer das eigene Führungsverhalten und seine Führungsqualitäten hinterfragen, denn: Werden Streitigkeiten im Job offen ausgetragen, ist das auch immer durch ein Versagen des Chefs verursacht.
Ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei, allzu undifferenzierten Flurfunk und Lästereien hinter dem Rücken von Kollegen zu unterbinden. Führungskräfte sollten hierbei ihre Autorität deutlich machen und zu verstehen geben, dass sowas auf keinen Fall geduldet wird. Ebenfalls in den Bereich des Führungsstils fällt die Delegation von Aufgaben. Mitarbeiter haben die vom Chef angeordnete Arbeitsverteilung auszuführen oder können über die bereits erwähnten Feedbackgespräche Änderungen anregen. Auf keinen Fall sollte die Arbeitsverteilung aber in die eigenen Hände genommen werden – dies hat in der Regel Machtkämpfe und Reibereien zur Folge.
Fazit
Führungskräfte sind bei Konflikten in der Belegschaft als Vermittler gefragt – und sollten Streitigkeiten so schnell wie möglich aus der Welt schaffen, ohne dass eine der beteiligten Parteien abgewertet wird. Bedenken Sie, dass Konflikte auch arbeitsrechtlich relevant werden können: Wird aus dem Konflikt ein nachgewiesenes Mobbing oder enden Streitigkeiten in Handgreiflichkeiten, sind Führungskräfte auch gefordert, ihrer juristischen Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachzukommen.
Sie haben weitere Fragen zum Thema Arbeitsrecht? Bei KLUGO wird Ihnen geholfen.