Mobile Recruiting: Mitarbeiter per Smartphone rekrutieren

STAND 26.01.2024 | LESEZEIT 9 MIN

Der Fachkräftemangel betrifft zahlreiche Unternehmen und Versicherungsbüros – Mobile Recruiting kann dabei helfen, mehr qualifiziertes Personal zu gewinnen. Veraltete Bewerbungsmethoden, die auf Lebenslauf und Motivationsschreiben setzen, werden vor allem von jüngeren Generationen inzwischen abgelehnt. Aber auch viele Arbeitnehmer, die längst im Beruf stehen, bevorzugen inzwischen moderne Bewerbungsmethoden via Smartphone. In diesem Beitrag gehen wir darauf ein, wie Sie sich als Arbeitgeber das Mobile Recruiting zunutze machen können und welche Vor- und Nachteile dadurch entstehen.

Was ist Mobile Recruiting?

Unter dem Begriff Recruiting versteht man zunächst alle Maßnahmen, die mit der Gewinnung neuer Mitarbeiter zu tun haben. Beim Mobile Recruiting geht es im Speziellen darum, gezielt in der digitalen Welt neue Mitarbeiter anzuwerben. Während früher ein schriftlicher Lebenslauf und Motivationsschreiben unumgänglich für eine Bewerbung waren, setzen viele Arbeitgeber heute auf optimierte Recruiting-Prozesse, die einfach über mobile Endgeräte erfolgen können.

Das Mobile Recruiting beginnt mit der digitalen Stellenausschreibung, die auch für Smartphone, Tablet und ähnliche Geräte optimiert wurde. Aber auch der Bewerbungsprozess selbst sollte so gestaltet sein, dass die Bewerbung ganz einfach über das Smartphone gelingen kann. Dazu können Unternehmen Online-Formulare nutzen, um persönliche Daten von Bewerbern zu erfassen oder auch Social-Media-Plattformen wie Xing oder LinkedIn, wo der berufliche Werdegang des Bewerbers bereits offen liegt. Vom Mobile Recruiting profitieren sowohl Bewerber als auch Unternehmen: Bewerber können sich einfach und ohne großen Zeitaufwand in einem neuen Unternehmen bewerben, während Sie als Arbeitgeber unmittelbar nach der Bewerbung bereits alle Unterlagen vorliegen haben, um die Bewerbung sichten zu können. Der digitalisierte Bewerbungsprozess, den das Mobile Recruiting bietet, ist daher nicht nur zeit- und ressourcenschonend, sondern auch hocheffektiv für beide Seiten.

Damit das Mobile Recruiting gelingt, sollten Sie aber nicht die bestehenden Bewerbungsprozesse einfach auf das Smartphone übertragen. Es ist durchaus sinnvoll, den Bewerbungsablauf in Ihrem Unternehmen grundsätzlich unter die Lupe zu nehmen und hier Anpassungen durchzuführen, die digitale Bewerbungen ermöglichen.

Tipps zum Mobile Recruiting

Mobile Recruiting ist kein Selbstläufer. Wenn Sie für Ihr Unternehmen echte Erfolge in Form von qualifizierten Mitarbeitern erzielen möchten, sollten Sie Ihre Prozesse grundsätzlich an das mobile Zeitalter anpassen. Mit einigen Tipps lässt sich das Mobile Recruiting jedoch schnell und effektiv umsetzen.

1. Tipp: Mit Strategie an die Sache herangehen

Stellenausschreibungen sind schnell geschrieben, doch sind diese auch für das Mobile Recruiting geeignet? Stürzen Sie sich nicht blind in digitale Bewerbungsprozesse, sondern entwickeln Sie zunächst eine Strategie.

Hierbei kommt es auf mehrere Dinge an:

  • Responsive Webseite: Ist Ihre Webseite und insbesondere Ihre Karriereseite so programmiert, dass sie sowohl am Computer als auch von Smartphone und Tablet korrekt dargestellt wird? Wenn dies nicht der Fall ist, sollten Sie noch vor dem Mobile Recruiting damit beginnen, das Responsive Design Ihrer Webseite zu verbessern.
  • Eigene App entwickeln: Sie suchen regelmäßig nach Personal? Unter Umständen wäre die Entwicklung einer eigenen App sinnvoll. So können sich die Bewerber mit wenigen Klicks direkt bei Ihnen bewerben. Vor allem für mittelständische und große Unternehmen ist diese Option durchaus sinnvoll.
  • Anforderungen definieren: Welche Inhalte benötigen Sie von Ihren Bewerbern? Welche Unterlagen müssen eingereicht werden? Machen Sie sich schon vor Beginn des Mobile-Recruitings Gedanken darüber, wie der Bewerbungsprozess gestaltet sein soll – und worauf Sie für die Erstauswahl auch verzichten können. Je einfacher der Prozess für Bewerber ist, desto mehr Bewerbungen sind zu erwarten.

2. Tipp: Recruiting so einfach wie möglich machen

Je mehr Informationen im Bewerbungsprozess angegeben werden müssen und je mehr Dokumente Bewerber mitzuliefern haben, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu einer Bewerbung kommt. Umgekehrt gilt dies aber auch von Ihrer Seite aus: Mobile Stellenanzeigen, die genauso lang und ausführlich sind wie herkömmliche Stellenausschreibungen, werden am Smartphone kaum gelesen. Überprüfen Sie daher die bestehenden Prozesse und optimieren Sie diese für Smartphone und Tablet. Kurze, prägnante Stellenausschreibungen und kompakte, schnelle Bewerbungsanforderungen sorgen beim Mobile Recruiting für ein Maximum an Erfolg.

3. Tipp: Mit der Geschwindigkeit mithalten

Bewerber, die das Mobile Recruiting bereits für sich nutzen, bewerben sich in der Regel nicht nur bei einem Unternehmen digital. Schnelle Prozesse sind für diese Mitarbeiter daher bekannt – und sie erwarten diese auch von den Unternehmen, bei denen sie sich bewerben. Schaffen Sie daher ausreichend Ressourcen, damit die HR-Abteilung schnell auf Bewerbungen reagieren kann. Im besten Fall sollten Bewerber noch am selben Tag eine Rückmeldung erhalten, die zumindest den Eingang der Bewerbung bestätigt. Auch eine Schulung im Bereich mobiler Kommunikation für alle Mitarbeiter im HR-Bereich ist in diesem Kontext durchaus sinnvoll.

4. Tipp: Nutzen Sie Mobile Recruiting auch selbst

Beim Mobile Recruiting müssen nicht zwangsläufig Bewerber auf das Unternehmen zukommen, die Technik funktioniert auch andersherum. Ein guter Recruiter bewegt sich selbst in den sozialen Netzwerken und macht sich auf die Suche nach qualifiziertem Fachpersonal. Besonders berufsspezifische Plattformen wie LinkedIn und Xing sind für die digitale Suche nach Mitarbeitern geeignet. Dort können zudem auch Stellenanzeigen geschaltet oder gezielt Bewerber gesucht werden, die sich derzeit auf Jobsuche befinden. So entwickeln Sie gleichzeitig ein Gespür für die Anforderungen, die junge Generationen an Unternehmen haben und können gezielt über Anpassungen beim Mobile Recruiting darauf eingehen.

Welche Vorteile bietet Mobile Recruiting?

Das Mobile Recruiting bietet sowohl für Ihr Versicherungsbüro als auch für mögliche Bewerber zahlreiche Vorteile:

  • Hohe Reichweite: Optimierte Webseiten, die auf allen Endgeräten sauber angezeigt werden, sorgen für eine deutlich höhere Reichweite bei potenziellen Bewerbern.
  • Viele Bewerbungen in kurzer Zeit: Bewerbungen, die mit Mobile Recruiting eingehen, gestalten sich oft schneller und unkomplizierter als die schriftliche Form. Dementsprechend gehen auch häufiger und schneller Bewerbungen ein, die ebenso zügig vom Unternehmen bearbeitet werden können.
  • Spricht junge Menschen an: Mobile Recruiting ist für viele junge Talente bereits die häufigste Bewerbungsmethode. Wer auf die Technik setzt, verkauft daher auch das eigene Unternehmen als modern und zukunftsgerichtet – und bringt damit auch junge Fachkräfte ins Unternehmen.
  • Vorteile beim Employer Branding: Ihr Versicherungsbüro gilt als modern und aufgeschlossen im Bewerbungsbereich? Das wirkt sich auch grundsätzlich positiv auf den Eindruck aus, den mögliche Bewerber, aber auch Außenstehende von Ihrem Unternehmen haben.
  • Bewerbungserfahrung verbessern: Sofern alle Prozesse auf das Mobile Recruiting angepasst wurden und eine Bewerbung bei Ihnen im Versicherungsbüro tatsächlich schnell und unkompliziert verläuft, entsteht eine positive Bewerbungserfahrung, die Bewerber auch auf Ihr Unternehmen übertragen. Das erhöht die Chance, dass sich Talente nach der Bewerbung auch für Sie als Arbeitgeber entscheiden.
  • Nachhaltigkeit: Sie betrachten Ihr Versicherungsbüro als nachhaltig und kommunizieren dies auch nach außen? Dann ist Mobile Recruiting die perfekte Ergänzung, denn auf ressourcenaufwendige Papierbewerbungen können Bewerber verzichten. Auch im Hinblick auf Ihr Marketing bietet dies einige Vorteile.
  • Sichtbarkeit auf Social Media: Das Unternehmen wird auf berufsspezifischen Plattformen wie LinkedIn oder Xing häufiger gesehen – und HR-Mitarbeiter sind mit ihren Profilen zugänglicher für potenzielle Bewerber, um so auch einen Direktkontakt zu ermöglichen.

Welche Nachteile hat Mobile Recruiting?

Obwohl das Mobile Recruiting eine Vielzahl an Vorteilen bietet, gehen damit doch auch einige Nachteile einher, die vorher im HR-Bereich kommuniziert werden sollten:

  • Mehr Arbeit mit Bewerbungen: Durchschnittlich gehen bei mobilen Bewerbungsverfahren deutlich mehr Bewerbungen ein als üblich – und durchschnittlich sind auch mehr ungeeignete Bewerber dabei. Mobile Recruiting geht daher mit einigem Mehraufwand einher.
  • Fehlende Details: Da beim Mobile Recruiting vor allem Schnelligkeit im Bewerbungsprozess eine Rolle spielt, fehlen in den Bewerbungen häufig einige Details. Auch das bedeutet Mehraufwand, wenn bei geeigneten Bewerbern zusätzliche Informationen eingeholt werden müssen.
  • Zeitdruck: Mobile Recruiting ist zeitintensiv und Bewerber erwarten schnelle Reaktionen seitens des Unternehmens. Diese müssen durch die HR-Abteilung Ihres Versicherungsbüros sichergestellt werden.

Die Nachteile des Mobile-Recruitings lassen sich unter Umständen etwas reduzieren, wenn Sie in Ihrem Versicherungsbüro ein HR-Tool zur Unterstützung Ihrer Mitarbeiter einsetzen. Viele Anbieter haben sich auf Recruiting-Software spezialisiert, die Bewerbungen nach ersten Keywords durchfiltert und unpassende Bewerber so schon frühzeitig aussortiert, damit sich die Durchsicht der Bewerbungen auf qualifizierte Fachkräfte beschränkt. Beliebt ist beispielsweise Personio als HR-Komplettlösung oder die Softgarden Recruiting-Software.

Sie benötigen rechtliche Unterstützung beim Mobile Recruiting? Wenden Sie sich für eine umfassende Beratung an unseren Partner KLUGO.